Mit einem Equalizer lassen sich unerwünschte und unhörbare Teile eines Signals gezielt entfernen. Ebenso können Bereiche betont werden.

Wer in einer DAW Musik zusammen mischt, arbeitet mit einer Vielzahl von Instrumenten, vor allem, wenn der Sound pompös werden soll. Doch je mehr Instrumente und Spuren zusammenkommen, desto verwaschener wird das Gesamtergebnis und die Kraft im Stück verschwindet. Doch dagegen kann man etwas tun. Dazu muss man aber erst eine wichtige Grundlage der digitalen Musik verstehen. 

In einem Orchester geben zwei Violinen einen lauteren Klang als eine. Es kommt zwar zu physikalischen Überlagerungseffekten, doch diese spielen kaum eine Rolle. Der Sound wird lauter. Wenn man das in der digitalen Welt macht addiert sich dagegen nicht die Lautstärke der einzelnen Instrumente, da es die harte 0dB-Grenze gibt (die höchste digitale Lautstärke) und damit beide Instrumente leiser abgespielt werden. 

Jetzt besitzen die digitalen Instrumente nicht nur einen hörbaren Teil, sondern auch einen nicht hörbaren, der jedoch anderen  Instrumenten die Energie nimmt. Für einen Energiegeladenen Mix sollte man diesen möglichst loswerden. Dazu belegt man jede Spur mit einem Equalizer, und schneidet unten und oben mit Cutfiltern den unhörbaren Teil ab. Der hörbare Sound des Instruments sollte sich dabei nicht verändern. Dadurch gibt man allen anderen Instrumenten mehr Raum. 

Noch mehr raus holen mit Equalizern

Wem der Sound immer noch nicht kräftig und klar genug ist, kann mit den Equalizern noch mehr entfernen, er verändert dabei aber ein bisschen den Klang. Ob das zum guten oder zum schlechten geschieht, muss jeder selber entscheiden.

Betonen

Wer möchte, kann Teile des Sounds, die charakteristisch für das Instrument sind, betonen. Dazu wird der Bereich, der betont werden soll, durch den Equalizer verstärkt. Wichtig dabei ist, dass dieser Frequenzteil im Stück dominieren soll. Ansonsten würde diese Operation andere Instrumente unhörbar machen. Nutzen kann man das zum Beispiel, wenn man noch freie Frequenzen in einem Bereich hat. Dann kann man durch das Betonen eines Instruments in dieser Gegend einiges an Kraft erreichen.

Bereiche freimachen

Wenn sich Instrumente überlagern, kann es dazu kommen, dass der Gesamtsound verwaschen und undefiniert klingt. Da kann es manchmal hilfreich sein, Bereiche in anderen Instrumenten freizugeben. Oft überlagern sich zum Beispiel Kick und Bassgitarre und geben einen Brei. Wenn man jetzt von der Kick den oberen Bereich abschneidet, kann sich die Bassgitarre frei entfalten und der Sound wird klar. Wenn man von der Gitarre die Tiefen wegschneidet, kann sich die Kick entfalten. Beide Instrumente werden dadurch klarer und präziser und sogar lauter. Und vom Gesamtklang geht sogar weniger verloren als man denkt, denn den Brei in der Mitte kann niemand zuordnen.

Stimmen einmalig machen, nasalen Klang und brummen entfernen

Besonders bei Stimmen mache ich das sehr gerne, aber auch Instrumente kommen für folgendes in Frage: Man kann spitze Betonungen an bestimmten Stellen im Klang machen. Dafür nimmt man einen Filter, den man sehr eng stellt und sehr stark anhebt. Dadurch produziert man Kanten in eine Stimme und sorgt dafür, dass sie besonders klingt.

Brummende Stimmen macht man wohlklingend, indem man im EQ den Bass absenkt, nasalen Klang behebt man durch Absenken der mittleren Filter. Starke Zischlaute bekommt man weg, indem man die Höhen runter nimmt. Dabei gleicht man vor allem Eigenheiten des Mikrophons und der Aufnahmetechnik aus (Nahsprecheffekt) und kommt so stärker an die originale Stimme heran.

Equalizer sind ein Standardtool der Klangbearbeitung

Wer die Methoden, die hier vorgestellt werden mit Bedacht einsetzt, kann eine Menge erreichen. Es gibt noch andere Wege zum Ziel, aber der Einsatz des Equalizers ist die Grundlage und das Mittel der Wahl für einen klaren und schönen Sound.

Equalizer in Ableton Live. Ein Beispiel für eine Einstellung, um den Gesamtklang stärker und präsenter zu machen.

Auf dem Bild ist ein Equalizer zu sehen. Nicht jeder Equalizer hat eine Grafik, doch diese hier verbildlicht das, was ich oben geschrieben habe. Die Werte sind Beispiele:

  1. Das Signal wird bei 100 hz abgeschnitten. Damit wird das unhörbare Geräusch in den Tiefen entfernt.
  2. An Stellen, an denen das Signal zu hören sein soll, setzt man den Filter auf 0db. Damit bleibt alles erhalten.
  3. An Stellen, an denen das Geräusch herausstechen soll, zieht man den Equalizer nach oben. Nützlich für Stellen, an denen andere Instrumente keinen Klang haben.
  4. Und zum Schluss noch die Höhen abschneiden. In diesem Signal war hier noch viel los, doch ein anderes Instrument hat hier für die Brillanz gesorgt. Also weg damit, sodass es nicht verwaschen klingt.

Quelle:
Eigene Erfahrungen

Demarlo

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Klondike

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