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Tipps für einen guten Workflow

Wer das Mastern lernen möchte, findet im Web oft verwaschene Aussagen, die eigentlich alle darauf hinauslaufen, dass das Mastern nur mit viel Erfahrung geht und man es am besten bleiben lassen soll. Doch so wird man es nie lernen, und eigentlich ist es nicht so schwer, wenn man einmal weiß, was welcher Effekt wie verbessern kann und wenn man einige Tipps beachtet. 

Die eigenen Lautsprecher kennen lernen

Wer zuhause mixt und mastert sollte seine Lautsprecher genau kennen. Betonen sie die Höhen mehr? Wo sind sie klarer? Kommt der Bass gut zur Geltung oder ist er zu zurückhaltend? Das ist mit einem einigermaßen guten Gehör schnell herausgefunden. Man muss ein paar Songs, die man schon vorher in der Disco, im Radio oder auf Veranstaltungen gehört hat, auf den Studiomonitoren zur Probe hören. Dabei erkennt man schnell, wo die Schwächen und Stärken der eigenen Lautsprecher liegen. 

Dieses Wissen kann man später nutzen. Wenn man weiß, dass die eigenen Lautsprecher in den Höhen stärker sind als andere Lautsprecher, kann man die Höhen lauter ziehen, auch wenn es an den Lautsprechern dann schlechter klingt. 

Das selbe funktioniert auch mit den Mitten und dem Bass, man weiß, was für ein Ziel man hat, wie die eigenen Lautsprecher im Verhältnis zu dem Ziel stehen und man kann dann das ganze so anpassen, dass man sein Ziel erreicht. 

Welche Effekte kann man verwenden und was bringen sie?

Im Normalfall braucht man beim Mastern nur wenige Effekte, die man schnell erlernt hat. Als Anfänger sollte man sich erstmal auf diese beschränken, es gibt zwar noch ein paar kompliziertere Effekte, die man aber erst mit viel Erfahrung und einem stark geschulten Gehör nutzen kann. Die einfachen reichen jedoch schon sehr weit, und man erhält beim richtigen Einsatz einen professionellen Master. Im nächsten Abschnitt werde ich deshalb alle Effekte beschreiben, die auch ich verwende, und dazu sagen, zu welchem Zweck sie verwendet werden und welche good practice Regeln ich mir zugelegt habe, aber auch, wie sie mit den anderen Effekten zusammenspielen.

Der Limiter

Mit ihm am Ende der Masteringkette verhindert man, dass an den lauten Stellen Verzerrungen auftreten. Diese entstehen, wenn der Signalpegel über die 0dB-Grenze schießt. Um das zu verhindern, schneidet der Limiter schon vorher die Signalspitzen ab und hält damit das Signal verzerrungsfrei. Das nennt sich Ceiling. Man sollte den Cut allerdings nicht auf die 0dB-Linie setzen, da es damit zwar keine digitale Verzerrung, aber eine mechanische Verzerrung gibt. Denn das Signal wird über mechanische Lautsprecher wiedergegeben und die sind träge. Das heißt, das deren Membran dann eine Verzerrung verursacht, weil sie in den verzerrenden Bereich hineinschwingt. Man könnte jetzt ausrechnen, wie man den Limiter einstellt, damit das nicht passiert. Oder man hällt sich an einen guten Richtwert und stellt die Ceiling standardmäßig auf -0,3dB.

So sieht der Limiter in Ableton Live aus.

So sieht der Limiter in Ableton Live aus. Die Ceiling ist auf -0,3dB eingeställt und hällt damit einen "Headroom" ein, der bei der Wiedergabe den Lautsprächern und damit der Qualität zugute kommt.

Der Kompressor

Viele Profimasterer schwören auf einen Multibandkompressor. Dabei handelt es sich um ein kompliziertes Gerät, mit dem man die Kompression für Höhen, Mitten und Tiefen unterschiedlich einstellen kann. Doch auch mit einem Standardkompressor lässt sich schon eine ganze Menge erreichen. Mit ihm stellt man die Loudness ein. Das ist der Wert, der die durchschnittliche Lautstärke über das gesamte Stück angibt. Je stärker man den Kompressor einstellt, desto höher wird die Loudness, desto geringer aber auch die Dynamik. Im Mastern wird er jedoch nur für kleinste Korrekturen eingesetzt. Eine gute Anzeige für die richtige Einstellung der Kompression ist, wenn der Limiter selten anschlagen muss und nur bis zu 3dB höchstens abschneidet. Dann sollte er gut eingestellt sein, wenn man einen lauten Mix möchte. Sollte es einem dann an Dynamik fehlen, kann man den Kompressor wieder schwächer drehen und dafür die Gesamtlautstärke des zu masternden Signals herunter drehen. Mit diesen
Einstellungen muss man experimentieren, bis es einem selbst gefällt. 

Verschiedene Kompressoren aus verschiedenen DAWs.

Hier sind verschiedene Kompressoren aus verschiedenen DAWs zu sehen. Obwohl sie so unterschiedlich aussehen, tun sie alle das selbe. Die oben im Text genannten Regler sind markiert. Bei manchen Kompressoren gibt es kein Markup. Dafür kann man am Gain drehen und selbst einstellen, wie das Signal lauter gezogen werden soll.

Der Equalizer

Der Equalizer steht in der Masteringkette ganz vorne. Mit ihm bereinigt man mindestens schon einmal das Signal, in dem man alles unter 20Hz und alles über 20kHz abschneidet. Das so bereinigte Signal hat somit schon mehr Energie, schon vor der Weiterverarbeitung durch die anderen Effekte. Das zweite, das man mit dem Equalizer anstellen kann, ist das Anpassen von Höhen, Mitten und Tiefen. Dazu verwendet man das Wissen, das man wie oben beschrieben gesammelt hat, und man erreicht, dass das Verhältnis von Höhen und Tiefen  auf allen Lautsprechern besser klingt.

Der Equalizer in Ableton Live. Ein grafischer Equalizer. Oben und unten ist ein Cut gesetzt. 

Ein Equalizer angepasst für die Mastering-Spur

  1. Der Low-Cut. Hier wird alles unter 20Hz abgeschnitten. Damit ist das signal frei von unwahrnehmbaren Basstönen, die Energie rauben.
  2. Hier kann man den Bass anheben oder senken, sollte er einem zu leise oder laut sein.
  3. Hier kann man die Mitten, bzw. die Höhen anheben oder senken, wenn sie einem zu leise oder laut wären.
  4. Der Height-Cut. Alles über 20kHz wird abgeschnitten. Damit ist das Signal frei von hohen störtönen, die der Mensch nicht mehr wahrnimmt und die Energie klauen.

Es ist erstaunlich, aber mehr Effekte brauchen Sie am Anfang nicht. Und die wenigen reichen aus, um einen professionellen Mix hinzubekommen, und das ganz ohne fremde Hilfe und selbst gelernt.

Natürlich sollten Sie nicht erwarten, das das erste Master, das Sie selbst anfertigen, sofort das beste ist, und die Musik im Club genauso gut wie auf dem Ipod klingt. Aber Sie können daraus lernen und dann beim nächsten Mastering die Werte anpassen. Und mit jeder Lektion, die Sie so lernen, wird Ihr Masteringtalent besser, bis Sie irgendwann mit den Profis auf höchster Ebene mithalten können.

Tracy

God help me, I put aside a whole afnootern to figure this out.

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Voncile

Woot, I will celarinty put this to good use!

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