Musik ist nur zum Hören da? Eigentlich ja, denn das ist ihr Zweck, und das, was letztendlich damit gemacht wird. Doch es gibt auch eine Menge Möglichkeiten, sich Musik anzuschauen. In diesem Artikel stelle ich euch einige der Diagramme und Maßzahlen vor, die man aus einem Musikstück machen kann, und die dem Toningenieur helfen, die Musik zusätzlich zu seinen Ohren besser beurteilen, und besser einstellen zu können.

Wer sich viel mit Musik auseinander setzt, schafft es irgendwann, selbst kleinste Unterschiede zu hören. Doch in manchen Fällen lässt sich das Gehör täuschen, und Diagramme decken das auf, was man überhört hat. Oft ist ein Diagramm auch einfach übersichtlicher und zeigt viel besser, was in der digitalen Musik los ist.

Amplitude und Peak

Musikdiagramm: Amplitude und Peakmeter, ein Balken zeigt die momentane Amplitude an.

Wie laut die Musik an einer bestimmten Stelle ist, oder wie laut ihre lauteste Stelle ist, erfährt man über ein Peakmeter. Das zeigt einen Balken an, der die aktuelle Lautstärke eines Musikstücks live anzeigt. Dabei geht es nicht um die Lautstärke,die man beim Wiedergeben einstellen kann, sondern um die, mit der das Musikstück abgespeichert wurde. Da sich diese Lautstärke dauernd ändert, kann man nicht direkt ablesen, wie die lauteste Stelle ist, und der Balken im Diagramm bewegt sich im Verlauf der Zeit hin und her. Mit einem zusätzlichen Strich kann angezeigt werden, was die lauteste bisherige Stelle war, denn der Strich bleibt dort einfach stehen. Wenn später im Song eine lautere Stelle kommt, bewegt sich der Strich mit auf diese, und bleibt dann dort stehen. Das ist der sogenannte Peak. 

Diese Anzeige wird gebraucht, um laufende Musik schnell zu visualisieren, und eventuell herauszufinden, wo Verzerrungen entstehen könnten. Denn wenn ein digitales Musikstück die 0dB Marke der Anzeige berührt, kann es hier bei der Wiedergabe zu Verzerrungen kommen, die das Klangerlebnis beeinträchtigen können. Hier ist es immer das Ziel, die Höchstlautstärke beim Mixen unter diesem Wert zu halten.

Die Anzeige ist aber auch oft nützlich, wenn ein Instrument an einer Stelle nicht gehört wird, dann zeigt das Diagramm einen sehr geringen Balken an, und man weiß, dass man an dieser Stelle etwas an der Lautstärke anpassen könnte.

Amplitude seitlich

Musikdiagramm: Amplitude seitlich dargestellt, daneben zum Vergleich die Amplitude bei Kompression.

Die Amplitude kann man auch anderweitig darstellen. Wenn man sie quer zeigt, zeigt die Fläche darunter ebenfalls sehr gut die Veränderungen der Lautstärke. Das ist wichtig, wenn man einen Kompressor anwendet, um die Durchschnittslautstärke zu verändern, denn man sieht immer, wie stark der Effekt wirkt und kann ihn deshalb gut dosieren. Auch das ist ein Weg, die momentane Lautstärke eines Musikstücks darzustellen.

Wellenform/Oszillogramm

Musikdiagramm: Wellenform, Oszillogramm: zeigt die Amplitude des Musikstücks im gesammten Verlauf  an, bietet eine gute Übersicht.

Da sich die Amplitude eines Musikstücks über die Zeit dauernd ändert, kann man sie im Zeitverlauf anzeigen. Dazu ist das Wellenform-Diagramm gut geeignet. Es liefert einen schnellen Überblick über ein gesamtes Musikstück, zeigt, wo die lauten und leisen Stellen sind und hilft, sich im Stück schnell zurechtzufinden und an eine bestimmte Stelle zu gelangen. Man kann einfach erkennen, wo das Intro zu Ende ist, wo es im Stück eine Break gibt, und mit etwas Übung springt man schnell an die Stelle, die man haben möchte.

Nützlich ist die Wellenform, um Sprache und Musik zu schneiden, weil man Grenzen sofort sieht. Oder man benutzt es, um den ersten Schlag eines Taktes zu finden, da dieser oft lauter ist, und deswegen leicht zu sehen ist. In dem Diagramm kann man fast beliebig hinein - und hinauszoomen, und auch so einzelne Elemente des Stücks leicht zu erkennen.

Frequenzdiagramm

Musikdiagramm: Frequenzdiagramm: Zeigt die Stärke der Frequenzen zu einem speziellen Zeitpunkt an.

In der Musik gibt es zu jedem Zeitpunkt bestimmte Töne, die vorhanden sind. Diese kann man sehen, wenn man sich das Stück mit einem Frequenzdiagramm ansieht. Je nach Auflösung sieht man die Amplitude jedes einzelnen Tons eingezeichnet, und man kann erkennen, wie dicht diese Töne zusammenliegen, wo Raum in der Musik ist, und wo nicht. Außerdem sieht man hier die Töne, die man nicht hört, und kann sie entfernen oder bearbeiten. Das Frequenzdiagramm ändert sich während der Laufzeit des Stücks dauernd, denn zu jedem Zeitpunkt sind andere Frequenzen, und andere Töne vorhanden.

Spektogramm

Musikdiagramm: Spektogramm: Zeigt die Frequenzverteilung in einem Musikstück im zeitlichen Verlauf an.

Das Spektogramm ist ähnlich zum Frequenzdiagramm, zeigt jedoch viel mehr Zeit gleichzeitig an. So bewegt sich eine meist blaue Fläche von rechts nach links, in der lautere Frequenzen heller dargestellt sind. So erkennt man nicht nur, dass ein bestimmter Ton vorhanden ist, sondern auch wie lange er gespielt wird. So gibt das Spektogramm live einen tollen Gesamteindruck zum Stück. Es kostet allerdings eine Menge Zeit, bis man dieses Diagramm richtig lesen kann.

Stereodiagramm

Musikdiagramm: Stereodiagramm zur Darstellung der Stereoverteilung in einem Musikstück

Neben Frequenzen und Amplituden gibt es auch noch andere Werte, die man graphisch darstellen kann. So etwa die Stereoverteilung im Raum. Da zeigt das das folgende Diagramm an, wie viel im linken oder rechten Spektrum des Klangs liegt. Damit kann ein Toningenieur ein ausgeglichenes Panorama schaffen.

Wie man sieht, gibt es eine Menge Möglichkeiten, Audio darzustellen. Am besten kommt man mit den Diagrammen zurecht, wenn man sich Extremsituationen anhört und dazu die Grafik ansieht. Dann lernt man schnell, diese zu interpretieren. Es gibt natürlich auch bei den einzelnen Diagrammformen Unterschiede in der Darstellung, deswegen sind alle Bilder hier nur Beispiele für eine solche. Wenn ihr mehr über eines der Diagramme wissen wollt, sei es zur Interpretation, oder zum Aussehen, vielleicht auch zu Hörbeispielen, oder gar bemerkt habt, dass wir ein wichtiges vergessen haben, schreibt uns einfach einen Kommentar oder schickt uns eine Nachricht!

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